Wer hat angefangen?

Am 3. September 2007 wurden die Eltern von Integrationsklassen (I-Klassen) darüber informiert, dass es im neuen Schuljahr 2007/2008 für I-Klassen ab der 3.Jahrgangsstufe keine Lernentwicklungsberichte (Berichtszeugnisse) mehr geben durfte. Die bisherige Praxis der Schulen, in I-Klassen dieser Jahrgangsstufen durch Beschlüsse der Schulkonferenz oder Elternvertretungen weiterhin auf Zeugnisnoten zugunsten von Lernentwicklungsberichten zu verzichten, verstieß gegen das in 2006 geänderte Schulrecht.

Was haben wir dagegen getan?

Die Elterninitiative integration-hamburg.de im September 2007 einen Protest gestartet, dem sich Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen in unserschiedlichster Form angeschlossen haben. Höhepunkt des Protests der Elterninitiative war die erfolgreiche Unterschriftenaktion für Lernentwicklungsberichte (Berichtszeugnisse) für alle SchülerInnen in Integrationsklassen in Form einer Petition. Was folgte, war die am 21. November 2007 in der Bürgerschaft beschlossene Schulgesetzänderung.
Der CDU-Antrag reichte zwar nicht aus, um sofortige Klarheit für alle SchülerInnen in Integrationsklassen zu schaffen, aber ab diesem Zeitpunkt gab es zumindest eine per Gesetz festgelegte Möglichkeit aus eigener Kraft der Schulen heraus eine Lösung für die betroffenen Kinder zu schaffen. Auch wenn Robert Heinemann von der CDU der damalige Protest offenbar noch nicht ausreichte und uns Eltern aus Integrationsklassen unterstellte, dass wir zwar die Vorteile von Integrationsklassen gerne angenommen haben, aber hierfür keinen wirklichen Einsatz zeigen wollten, so haben wir ihm gerne unsere Entschlossenheit gezeigt.
Die Elterninitiative integration-hamburg.de wird die Entwicklung von Kompetenzstandards im Rahmen eines neuen Schulversuchs über das Hamburger Bündnis für innovative Zeugnisse und gegen Notenzeugnisse in I-Klassen unterstützen: weiter.

Wie geht es mit der Integration weiter?

Laut dem aktuellen Bildungsbericht1) kommt die Integration behinderter Schüler in das reguläre Schulsystem nur langsam voran. Im Schuljahr 2006/2007 gingen nur 16 Prozent aller Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf auf allgemeinbildende Schulen. 1999 lernten rund 12 Prozent der Kinder mit Handicap auf Regelschulen.
Zuletzt gingen damit 408.000 lern- oder körperbehinderte Schüler auf eine Sonderschule, lediglich 76.000 besuchten die Integrationsklassen normaler Grund-, Haupt- oder weiterführender Schulen. Gegenüber 1999 nahm die Zahl der Behinderten in allgemeinbildenden Schulen damit um lediglich 22.000 zu, die Zahl der Sonderschüler ging um knapp 7.000 zurück.

Auch wenn der Bericht nur den Stand 2006/2007 wiedergibt und sich gerade in Hamburg seit 2007 einiges geändert hat, so ist die aktuelle Situation in unserer Stadt unbefriedigend. In folgenden Bereichen zeigen sich deutliche Missstände:
  • Aufnahmevoraussetzungen für I-Kinder
  • Anerkennungsverfahren für I-Kinder


  • Fragen oder Anregungen werden gerne online entgegengenommen.

    1) 2.Nationale Bildungsbericht 2008: Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), www.www.bbf.dipf.de
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