Leistung ja, aber wie?

Es ist keine Erfindung der Integrationspädagogik die traditionelle Form der Leistungsbeurteilung durch Ziffernnoten zu kritisieren:

"Ich vergleiche nie ein Kind mit einem anderen, sondern immer nur jedes Kind mit ihm selbst."
(Johann Heinrich Pestalozzi, 1790)

"Der Erzieher vergleicht seinen Zögling nicht mit anderen, er vergleicht ihn mit sich selbst. Er vergleicht das, was der junge Mensch wird, mit dem, was derselbe vermutlich werden könnte."
(Johann Friedrich Herbart, 1832)

Frau Claudia Niedermair 1) schreibt hierzu: "Integrativer Unterricht verstanden als Pädagogik der Vielfalt, die auf Etikettierungen und Gruppierungen verzichtet, die Individualität und Diversität der einzelnen Kinder in den Mittelpunkt stellt, Lernen als individuellen Konstruktionsprozess begreift und Ziffernnoten sind ein Paradoxon, schließen sich - theoriegeleitet - aus. Wenn tatsächlich verschiedene Wissenskonstruktionen zugelassen und ermutigt werden, können Leistungen auch nicht mehr ausschließlich an der Sachnorm gemessen werden, denn die müsste erst ausgehandelt werden. Lernen, das sich mehr als Konstruktivismus denn als Instruktivismus versteht, impliziert eine veränderte Beziehung zwischen Schüler und Lehrer. Der Lehrer in diesem Verständnis ist Moderator, arrangiert Lernwelten, die kontrollierend bewertende Leistungsbeurteilung von außen widerspricht diesem Verständnis." - Wer Integration wirklich will, der sollte dies verinnerlichen und auch willens sein, es so umzusetzen!

Fragen oder Anregungen werden gerne online entgegengenommen.

1)"Integrative Unterrichtsgestaltung im Spiegel von Theorie und Alltagspraxis": Claudia Niedermair, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck 2002
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